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16.) Kunst-Studium…!

21 Oct

Unser neues Leben am Ende der Welt – Neuseeland  30. November 1999

Am Sonntag musste ich meinen lieben Mann eine Stunde dazu ueberreden, mit uns eine Kunstausstellung zu besuchen. Man will sich ja schliesslich nicht den kulturellen Ereignissen verschliessen in der neuen Heimat. Etwa 15 km von hier gibt es eine Kunstschule, die regelmaessig mit einer Ausstellung (Tag der offenen Tuer) wirbt und dass ihr Kunststudium jetzt ofiziell anerkannt wird. Seit Wochen habe ich die ausgeschnittene Annonce am Kuehlschrank haengen, damit ich dieses Ereignis nicht verpasse, welches vielleicht meine gesamte zukuenftige „Karriere“ beeinflussen koennte. Bernd konnte ich nur damit koedern, dass er im Gegenzug morgens lange schlafen kann. Als wir dann endlich am fruehen Nachmittag alles inklusive Kind und Kegel und Kinderwagen eingepackt hatten, hoerte es sogar fuer einen Moment auf zu regnen und wir fuhren los. Erst auf der Schnellstrasse Richtung Norden, dann bis zu einem grossen Hinweisschild „ Art-and Craft School“. Wenn man das Schild sieht, ist es auch schon zu spaet zum Bremsen, sonst hat man mindestens zwei Fahrzeuge hinter sich im Kofferraum verknotet. Also weiter bis zur nachsten Wendegelegenheit, eine halbe Stunde warten bis die Strasse frei ist und dann wieder in die andere Richtung. Kurze Vollbremsung vor der Einfahrt und weiter geht es durch den Matsch. Das ganze Gelaende besteht aus Busch, Farn, Palmen, Schlingpflanzen, Moos, Gras, Wald und Wiesen. Auf einem einspurigen Schotterweg faehrt man bis zu einer voellig unbefestigten Bruecke ueber einem reissenden Fluss und dann weiter den Berg hinauf ins Niemandsland.

Und siehe da, mitten im Gebuesch befinden sich zwei Bretterbuden, an denen granz gross die Kunstausstellung angepriesen wird. Ist bestimmt eine kuenstlerische Herausforderung, die Werke in Bezug zur Natur zu repraesentieren. Hatte mir gestern fuer $19.95 eine paar neue Schuhe (schwarz, offen, hoher Absatz) gekauft, die ich heute zur Feier des Tages einweihte (besser gesagt: einweichte). Nachdem wir den schlafenden Henry mit seinem Kindersitz aus dem Auto geschaelt haben und ein Platzregen auf uns nieder ging, mussten wir den Schotterweg unter Lebensgefahr (wegen meiner neuen hohen Schuhe) wieder ein Stueck hinunter laufen.

In der ersten Bretterbude hingen sie nun, die lang angepriesenen Kunstwerke: Oil on Canvas, Acrylic on board, Pottery, Skulpturen, Schmuckdesign,  Holz- und Tonfiguren, Collagen und mondaene Drahtgebilde. Am Eingang drueckte man uns eine Nummern- und Kuenstlerliste mit Preisangaben in die Hand.  Mit dem Gedanken im Hintergrund, hier vielleicht ein Kunststudium zu absolvieren, beaeugte ich kritisch die einzelnen Werke.  Manche erinnerten and die Malerei  wildgewordene Kindergartenkinder, denen mittten im Malen die Farbe ausging, die Tonwerke haeetten meines Erachtens ebenfalls abstrakte Studien aus dem Kindergarten sein koennen, die von den Kleinen mit ein paar gekonnten Patschehaendchengriffen erzeugt wurden. Den Slulpturen aus Stein war ihre Intention weder zu entlocken noch mit viel Phantasie zu erahnen. Die Muehe, die Kunstwerke zu interpretieren hat sich nur Henry gemacht, der zwischenzeitlich aufwachte und interessiert aus dem Kinderwagen schaute. Dann hat er mal laut in die Runde gegaehnt, einen eleganten Pupser abgeschickt und weitergeschlafen. Das einzige Stuedck in der Schmuckvirtrine, das mich tatsaechlich beeindruckte, war ein Metallring, auf dem zur Verzierung ein nach vorne und hinten stark ausgepraegter nagelaehnlicher Pfeil aufgeschweisst war. Und, man glaubt es kaum, auch noch einer, der nach oben zeigt. Dieser Ring hatte etwas Besonderes und etwas Praktisches. Er schuetzt vor Vampiren und Triebtaetern, man koennte damit feindliche Autoreifen zerstechen, Milchdosen oeffnen, einaeugigen Banditen das zweite Auge ausstechen oder kleine  Sushi Haeppchen servieren. Da habe ich natuerlich mal schnell auf die Preisliste geschielt, aber leider stand dort nur  „nfs“. Ich schloss daraus, „not for sale“  und verliess enttaeuscht die Ausstellungsbude. In die Zweite wollte Bernd schon nicht mehr mit hinein (Kulturbanause!) und blieb mit Henry im Wald stehen, um eine Zigarette zu Rauchen.  Also ging ich alleine weiter und waere in der Huette um ein Haar mit meinen High Heels in einer Pfuetze ausgerutscht. Es regnete an mehreren Stellen durch und die Erfindung des Eimers ist noch nicht bis hier gedrungen (oder Eimer werden hier fuer „andere Geschaefte“ gebraucht). Haette mir fast im Namen der Kunst den Hals gebrochen, ist aber gerade nochmal gut gegangen. Doch dann hat mir die Collage einer Kuenstlerin besonders imponiert. Sie hatte vermutlich aus dem Nachlass ihrer Grossmutter drei Handtaschen gewaehlt und diese fein saeuberlich in Reih und Glied auf einer grossen Holzplatte befestigt, das gesamte Werk weiss angepinselt und fertig! Die Idee koennte mich inspirieren und zu weiteren Mixed Media Collagen anregen (drei weisse Tarantulas auf Holzbrett…)

 

Hoeflicherweise haben Bernd und ich die kuenstlerische Diskussion erst bei der Rueckkehr zum Auto gestartet (man weiss ja nie, ob einer Deutsch versteht) und waren uns einig: Uns fehlt einfach das Vestaendnis und die tiefere Empfindungsfaehigkeit fuer diese moderne Kunst und ihre Auslaeufer. Natuerlich sind das nur rein subjektive Ansichten, und als absoluter Fan von abstrakter Kunst und in Anbetracht einer geplanten, ernsthaften Karriere als Kuenstler, erlaube ich mir diese persoenliche Bewertung.  Und dann war ich mir nicht mehr sicher, ob es eine gute Idee ist, dort (im Gebuesch) ein dreijaehriges Kunststudium (bei Regen in der Bretterbude) zu absolvieren. Aber vielleicht koennte ich damit im Ausland gross auftrumpfen: „Dreijaehriges Kunststudium in Neuseeland bei Professor Bush and his hungry Forest-students“.  Vielleicht koennte ich sogar mein Baby zu den „Vorlesungen unter erschwerten Bedingungen und unter Einsatz meines Lebens (gemein-gefaehrliche Schuhe!)“ mirbringen. Und wenn er da schreit, schiebe ich ihn einfach tiefer ins Gebuesch und keiner merkt es. Stelle mir vor, wie meine Objekte aus alten Schuhen, leeren Nagellackflaschen, getrockneten Fischkoedern und Bernds leeren Coladosen in Berlin, Muenchen und Leipzig von der Fachwelt bestaunt und von Kunstsammlern hoch bezahlt werden. Zur Kroenung meiner Popularitaet und zur Steigerung meines Millioneneinkommens fielen mir bestimmt noch weitere hochkomplizierte Installationan aus Kupferfitttings, Strandgut und Kaesehaeppchen ein, so dass den abstrakten Kunstkritikern Hoeren und Sehen verginge. Weltweit verteilten sich meine Werke in allen namhaften Museen und ein paar wuerde ich fuer den einen oder anderen guten Zweck spenden (Haifische in Not oder gequaalte Seepferdchen). Waere eine ernste Ueberlegung wert, das mit dem ofiziell anerkannten Studium. Muesste allerdings vorher in festes Schuhwerk oder Gummistiefel und wasserdichte Kleidung investieren…

Muss ich mal drueber schlafen….

Fortsetzung folgt…

(c) Beate Minderjahn

 

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Henry 2008 (9 Jahre alt)

16 Oct

Personal Note: “While I am still preparing the ‘De-clutter Your Wardrobe’ post, here are some more funny sayings (in German) from Henry, when he was younger. 

During the last five days I had to de-clutter, reorganize and clean up my studio for the first Kids Art & Craft Workshop ‘Getting ready for Christmas’,  which starts on Tuesday.

So, stay tuned and have a wonderful and happy  day!”   Beate 

 

Henry 2008 (9 Jahre alt)

Henry: „Ich mag John Cena (den Wrestler) am liebsten. Aber ich mag nicht seine Armee-Kleidung und sein Gesicht. Aber ich mag seine Halskette. Die Bling-Bling-Kette ist so cool und Du kannst sie fuer $16 bei K-Mart kaufen!“

5.6.2008 (seit Wrestling, das „grosse Ding“ unter den Jungs in der Schule ist)

 

Henry: „Hey girls, beim Tae Kwon Do durfte ich heute die Penis-Protektion anziehen. Das war so cool!“

13.5.2008 (stolze Berichterstattung nach Tae Kwon Do im Auto mit unseren homestay girls Eiko (16, aus Japan) und Alice (11, aus Korea), die sich gegenseitig fragend ansehen…)

 

Henry: „Mama, ich moechte soooooooo doll beruehmt sein.“

Mama: „Warum denn?“

Henry: „Dann koennte ich fuer $100 nach Wellington fliegen!“

6.8.2008 (waehrend wir ueber beruehmte Leute sprechen…)

Henry 2006 (7 Jahre alt)

21 Sep

 „Mama, hattest Du auch blonde Haare, als Du ein kleiner Junge warst?“

 7.1.2006 (morgens im Badezimmer)

 
„Die Heissigkeit geht in den Kopf durch die Loecher von den Haarwurzeln und dann kriegt man Kopfschmerzen, die ganz doll stechen. – Das passiert, wenn man ohne Muetze in die Sonne geht!“

 28.10.2006 (nachdem Mama ihm gesagt hat, sie habe Kopfschmerzen, aber hat keine Ahnung, wovon)

 

„Kleiderumbiene“ – anstatt Umkleidekabine

  14.1.2006 (im Einkaufszentrum)

 

 

„Mama, essen die in Turkey immer Turkey?“

 18.8.2006 (beim Abendessen)

 
 

„Man braucht ein bisschen Fun im Leben! – wie Bill Gates! Der sitzt da in seinem Schaukelstuhl, relaxed, kuckt das Geld an und hat Fun!“

 2.1.2006 (vorm Schlafengehen)

 

„Mama, wusstest Du schon, dass die Wuermer Umschmutzungswelt essen?“

9.10.2006 (beim Graben im Gemuesegarten)

Henry 2004 (5 Jahre alt)

17 Sep

 „Mama, fuehl mal an meinem Bein. Da wachsen Stacheln wie bei Papa“ 

24.11.2004 (abends im Badezimmer

 

„Joshua ist nicht mehr mein Freund!“  

Mama: „Warum denn?“  

Henry: „Der hat gesagt, er will die Sophie heiraten, aber ich heirate die!“  

25.11.2004 (nach der Schule)  

   

„Mama, bist Du krank?“  

Mama: „Nein, ich ueberlege was. Wir muessen etwas erfinden, was nicht zu teuer ist und das jeder braucht.“  

Henry: „Eine Ruehrei-Maschine!“ 

17.1.2004 (wie aus der Pistole geschossen…)

Henry 2005 (6 Jahre alt)

11 Sep

“Jetzt sind meine Augen noch viel sauberer als wie ich ein Baby war. Jetzt kann ich sogar Bakterien sehen.”

7. Juni 2005 (nach dem Schwimmunterricht)

 

“Liebe Mimi,

Du bist so schwarz und toll, Du hast so eine nasse Nase und ich mag dich ganz doll.”

14. Mai 2005 (Henry’s Gebet beim Besuch der historischen Holy Trinity Church in Parnell, Auckland)

 

“Ich hab schon mal ein Bild von Gott gesehen”

Mama: “Wo denn?”

Henry: “Bei der Bibel Lehrerin. Der Gott hat nie ein T-shirt an, immer nur eine kurze Hose – auch im Winter, damit frische Luft an ihn ran kommt!”

6. Juli 2005 (nach dem Bibel-Unterricht in der Schule)

 

“Warum hat Bessy (Henry’s Tante) ein Baby bekommen?”

Mama: “Weil sie noch eins wollte”

Henry: “Und wie macht man das dann?”

Mama: “Aehhhhh, ohhhh, uuuuuuh, mein Toast ist fertig. Jetzt muessen wir uns aber beeilen, sonst kommen wir zu spaet zur Schule!”

12. Mai 2005 (beim Fruehstueck)

 

“Mama, wusstest Du, wenn ich laufe, sind meine Fuesse nicht auf dem Boden!

Die sind in der Luft, wie wenn man fliegt!”

22. Juni 2005 (beim Spielen im Garten)

 

“Der Betlestern von Ham” – anstatt der Stern von Betlehem

21. Mai 2005 (beim Gespraech ueber die Geburt von Jesus)

 

“Mama, in welchem Land spielt der Film?”

Mama: “Rate mal!”

Henry: “Mama, koennen wir auch mal nach Ratemal fliegen?”

4. Juni 2005 (waehrend eines amerikanischen Spielfilms)

 

Mama:  “Henry, machst Du mal ein schoenes Photo von der Mama?”

Henry: “Ja,  dann machst Du so wie ein Baum und dann bist Du schoen in der Landschaft!”

18. July 2005 (an Mamas Geburtstag im Garten)