Tag Archives: Immigration

17.) Goldene Engel…!

28 Oct

 

Personal Note: “While I am working on the “Basic Design Elements”,  just another short story for my German readers about our Immigration to New Zealand in 1999. 

So, stay tuned and have a happy and wonderful day!”   Beate

 

Unser neues Leben am Ende der Welt – Neuseeland  9. Dezember 1999

Bin nun in die Massenproduktion von kleinen goldenen Nuss-Engelchen eingetreten. Vor  ein paar Tagen habe ich Marianne in ihrem kleinen Shop in Warkworth besucht und ihr meine Weihnachtsengelchen und Muschelgebilde gezeigt.  Sie war begeistert und hat vorgeschlagen, sie in ihrem shop zu verkaufen. Habe natuerlich dankend angenommen.

Ab nach Hause und die Produktion laeuft auf Hochtouren. Gerade hat meine Klebepistole den Geist aufgegeben. Sie war dieser Massenproduktion nicht gewachsen. Henry hat auch schon aufgegeben und  ist sang- und klanglos eingeschlafen. Vermutlich traeumt er nun von kleinen goldenen Engelchen, die um seinen Kopf flattern.

Um die Nuss-Engel in Spitze zu huellen (koennen ja schliesslich nicht nackt am Weihnachtsbaum haengen), habe ich mich im Hospiz-Shop nach weiss und rosa farbenen Negligees umgesehen. In diesem Shop werden alle Moebel, Kleider und  Haushaltsgegenstaende von Leuten zum Verkauf gespendet, und das Geld wird zur Fuehrung des Sterbehauses genutzt. Nicht, dass es in diesem Shop eine grosse Auswahl an Reizwaesche gaebe, aber hier und da bekommen sie mal eine derartige Spende zwischen anderen Textilien und die freiwilligen Helferdamen aus dem Seniorenheim lassen diese hinter den Kleidern, unten im  Regal, versteckt in einem Karton mit der kaum lesbaren Aufschrift „Lingerie“ verschwinden. Auf diese Weise sind die „verruchten“ Objekte nicht fuer jedermann sichtbar und bleiben vor allem vor unschuldigen Kinderaugen verborgen. Achtzig Prozent der Kunden koennen sich altersbedingt sowieso nicht mehr buecken und die anderen zwanzig Prozent sind nicht interessiert. Und dann kam ich!

Die alten Damen haben mich genauestens observiert, als ich unten ins Regal gekrochen bin, habe den Karton vorgezogen und alles auseinander gepflueckt. Ein wenig Getuschel hinter meinem Ruecken und die mitleidigen Blicke auf das arme Baby in meinem Kinderwagen konnten mich nicht daran hindern, alles auf dem Boden auszubreiten und in Ruhe meine Business-Entscheidungen zu treffen. Ich will ja schliesslich eine optimale Gewinnspanne erzielen bei meiner Engel-Produktion.

Nachdem andere Kunden um meinen diversen sortierten Waeschehaufen kopfschuettelnd und slalomartig ausweichen mussten, hat sich das Geh-Hilfegestell eines sehr interessierten aelteren Herrn in einem spitzenbesetzten Fummel verheddert und ich hatte auf dem Boden kriechend meine liebe Muehe, ihn aus diesen Fangarmen zu befreien.  Dann deutete eine juengere Frau in grauer Jogginghose und extrem zu engem T-Shirt mit zwei Dreijaehrigen (offensichtlich Zwillinge) im Schlepptau auf ein kleines rotes Nichts (aus meinem Stapel „Unmoeglich“) und meinte: „That one looks great!“.  Ich bedankte mich in gebrochenem English fuer die freundliche Unterstuetzung und sortierte weiter in meiner Kollektion.

Meine Guete! Die Damen haben mich vielleicht angerstarrt, als ich mit meinem Sortiment an  durchsichtigen „Dessous“ aus reinem  Polyester  zur Kasse kam. Weiss der Teufel, was sie gedacht haben. Vielleicht haben sie Business vermutet, aber auf eine Engel-Produktion waeren sie sicherlich nicht gekommen. Und dieses mal haben sie mir anstandshalber ihre Lieblingsfrage „what do you need it for?“ erspart. Eine adrette Achtzigjaehrige im gebluemten Sommerkleid mit rotem Guertel hat mir dann wissend zugezwinkert und die Waesche fein saeuberlich, in einer Art Zeremonie und fuer jeden in der Schlange hinter mir ersichtlich, gefaltet, jede Lage mit der Hand flachgestrichen und in einer eigens dafuer ausgewaehlten, gebrauchten, rosa Plastiktuete verstaut. Mit den Worten: „You go for it, Darling!“ (?!?) hat sie mir die zwei Dollar Wechselgeld in die Hand gedrueckt und meinem Baby Henry ein zustimmendes Kopfnicken angedeutet, was vermutlich soviel heisst wie: “Mach Dir keine Sorgen Kleiner, Dein Bruder ist bald in Bearbeitung“. Hm, whatever!  

Immerhin spare ich Geld, wenn ich die Spitze an diesen Teilen  abschneide und recycle (nach einer guten Waesche in meiner Monster-Maschine) anstatt sie per Meter neu zu kaufen. Ich muss auf jeden Fall den Break-Even-Point im Auge behalten, wofuer habe ich schliesslich Betriebswirtschaft studiert.

Nun habe ich genug verfuehrerische Spitze, um Tausende von Nussengelchen herzustellen (und Santa Claus zu bezirzen), aber leider nicht genug Nuesse. Nachdem ich  schon alle Wal- und Haselnuesse, alle Mandeln und Kastanien im Ort aufgekauft habe, wundert man sich sicher ueber unseren extremen Nuss-Konsum. Falls das Computersystem des Supermarktes mit  automatischer Lagerverwaltung, Umsatzwahrscheinlichkeitssanalyse  und elektronischer Nachbestellung bei Erreichen des Mindestbestandes ausgestattet ist, wird dort sicher bald ein ganzer Container von Nuessen aus aller Welt angeliefert.

Ach, ich traeume so vor mich hin (vielleicht Hausfrauen-Krise) und stelle mir vor, wie ich die ganze Welt mit Nussengelchen begluecke. Sie wuerden von Touristen nach China, Korea, Japan, Amerika, Alsaka und sogar auf die Osterinseln ausgefuehrt. Ich hoffe es jedenfalls, damit ich ein paar Dollar verdiene und das blosse Hausfrauen- und Mutter-Dasein ein Ende hat. Dann brauche ich mich auch nicht mehr mit der monstroesen Waschmaschine zu unterhalten und sie anzuflehen, keine Fusseln auf meiner Unterwaesche zu drapieren, waehrend  mein Mann auf der Baustelle in Albany arbeitet und dort wegen seines schwarzen, gezwirbelten Schnurrbarts als „the Mexican Plumber“ bestaunt wird.

Meine neueste Kreation ist ein Nussengel, der auf einer Muschel steht, selbsgefunden am Strand.  Habe voll die kreative Phase und kann vor Aufregung nachts nicht schlafen… 

Waehrend ich so durch die Negligees schneide und von einer himmlischen Karriere traeume, kommt mein lieber Mexikaner  von der Arbeit nach Hause und wundert sich, warum an der Tuerklinke zwanzig Engel haengen. Irgenwie ist das ganze Haus von goldenen Engeln bevoelkert und vor lauter Nuessen habe ich vergessen, etwas zum Abendessen zu kochen. Der falsche Mexikaner  hat sich gleich ueber meine Engelsproduktion lustig gemacht und gefragt: „Wer kauft denn sowas?“  Typisch Mann!   Irgendwann waehrend der letzten 12 Jahre unserer Beziehung muss er mal zu dem Schluss gekommen sein, dass ich eine kleine Neigung zur Uebertreibung habe, was ich wiederum ueberhaupt nicht nachvollziehen kann.  

Na, der wird sich noch wundern, wenn ich erstmal eine grosse Fabrik habe, in der 300 ausgebildete Arbeiter kleine Engel basteln, wenn ich viermal pro Jahr nach Suedamerika fliege, um die Qualitaetskontrolle auf meinen eigenen Nussplantagen vorzunehmen und  wenn ich einmal im Jahr zum Nordpol reise, um auf der internationalen Weihnachtsdekorations-Konferenz eine Rede zu halten.  Wenn die erste Million auf meinem Konto ist…. Henry schicke ich in ein Internat in der Schweiz (damit was aus ihm wird und er sieben Sprachen spricht, wenn er sein Abitur in der Tasche hat) … ich fliege ab und zu mit meinem Privatjet nach Deutschland, um meine „alten“  Freundinnen beim Kaffee zu ueberraschen… kaufe mir endlich das kleine Schwarze von Dior…. und mein Mann bekommt eine echt goldene Pumpenzange zu Weihnachten. Dann wollen wir mal sehen, wer da lacht! Dass es heute kein Abendessen gibt, fand er allerdings nicht so  lustig!

Bei improvisiertet Brotzeit (man ist ja flexible) habe ich Bernd die freudige Mitteilung gemacht,  dass die Spedition  unseren heiss ersehnten Container mit 2000 household goods am 21. Dezember (wie ein Weihnachtsgeschenk) in das von uns gemietete Lager nach Silverdale liefert. Wir hatten Glueck, dass die Behoerde offiziell auf eine Zollinspektion (die fuer uns auch noch kostenpflichtig gewesen waere) verzichtet hat. Wahrscheinlich waren sie von meinen ehrlichen Antworten in ihrem hunderseitigen Fragenkatalog beeindruckt, in dem ich freimuetig den Import von Heckenschere, Staubsauger (ohne Beutel) und Weihnachtsschmuck angekreuzt habe. Ich war auch schon in Silverdale und habe der netten Dame im Office bestaetigt, wann unser Container ankommt. Wir hatten in freudiger Erwartung das Lager schon ab 4. Dezember reserviert.

Und nun sitzen wir beim Abendbrot und sind mal wieder sehr beeindruckt, wie einfach hier Vieles gehandhabt wird.  Die Office-Dame vom Lager sagte, es sei kein Problem und wir muessen erst bezahlen, wenn wir den Raum tatsaechlich nutzen. Das nenne ich kulant! Vorbei sind die Zeiten „Vertrag ist Vertrag und die Miete ist im Voraus faellig!“ – Das liebe ich an diesem Land!

 

Fortsetzung folgt…

Beate Minderjahn

 

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16.) Kunst-Studium…!

21 Oct

Unser neues Leben am Ende der Welt – Neuseeland  30. November 1999

Am Sonntag musste ich meinen lieben Mann eine Stunde dazu ueberreden, mit uns eine Kunstausstellung zu besuchen. Man will sich ja schliesslich nicht den kulturellen Ereignissen verschliessen in der neuen Heimat. Etwa 15 km von hier gibt es eine Kunstschule, die regelmaessig mit einer Ausstellung (Tag der offenen Tuer) wirbt und dass ihr Kunststudium jetzt ofiziell anerkannt wird. Seit Wochen habe ich die ausgeschnittene Annonce am Kuehlschrank haengen, damit ich dieses Ereignis nicht verpasse, welches vielleicht meine gesamte zukuenftige „Karriere“ beeinflussen koennte. Bernd konnte ich nur damit koedern, dass er im Gegenzug morgens lange schlafen kann. Als wir dann endlich am fruehen Nachmittag alles inklusive Kind und Kegel und Kinderwagen eingepackt hatten, hoerte es sogar fuer einen Moment auf zu regnen und wir fuhren los. Erst auf der Schnellstrasse Richtung Norden, dann bis zu einem grossen Hinweisschild „ Art-and Craft School“. Wenn man das Schild sieht, ist es auch schon zu spaet zum Bremsen, sonst hat man mindestens zwei Fahrzeuge hinter sich im Kofferraum verknotet. Also weiter bis zur nachsten Wendegelegenheit, eine halbe Stunde warten bis die Strasse frei ist und dann wieder in die andere Richtung. Kurze Vollbremsung vor der Einfahrt und weiter geht es durch den Matsch. Das ganze Gelaende besteht aus Busch, Farn, Palmen, Schlingpflanzen, Moos, Gras, Wald und Wiesen. Auf einem einspurigen Schotterweg faehrt man bis zu einer voellig unbefestigten Bruecke ueber einem reissenden Fluss und dann weiter den Berg hinauf ins Niemandsland.

Und siehe da, mitten im Gebuesch befinden sich zwei Bretterbuden, an denen granz gross die Kunstausstellung angepriesen wird. Ist bestimmt eine kuenstlerische Herausforderung, die Werke in Bezug zur Natur zu repraesentieren. Hatte mir gestern fuer $19.95 eine paar neue Schuhe (schwarz, offen, hoher Absatz) gekauft, die ich heute zur Feier des Tages einweihte (besser gesagt: einweichte). Nachdem wir den schlafenden Henry mit seinem Kindersitz aus dem Auto geschaelt haben und ein Platzregen auf uns nieder ging, mussten wir den Schotterweg unter Lebensgefahr (wegen meiner neuen hohen Schuhe) wieder ein Stueck hinunter laufen.

In der ersten Bretterbude hingen sie nun, die lang angepriesenen Kunstwerke: Oil on Canvas, Acrylic on board, Pottery, Skulpturen, Schmuckdesign,  Holz- und Tonfiguren, Collagen und mondaene Drahtgebilde. Am Eingang drueckte man uns eine Nummern- und Kuenstlerliste mit Preisangaben in die Hand.  Mit dem Gedanken im Hintergrund, hier vielleicht ein Kunststudium zu absolvieren, beaeugte ich kritisch die einzelnen Werke.  Manche erinnerten and die Malerei  wildgewordene Kindergartenkinder, denen mittten im Malen die Farbe ausging, die Tonwerke haeetten meines Erachtens ebenfalls abstrakte Studien aus dem Kindergarten sein koennen, die von den Kleinen mit ein paar gekonnten Patschehaendchengriffen erzeugt wurden. Den Slulpturen aus Stein war ihre Intention weder zu entlocken noch mit viel Phantasie zu erahnen. Die Muehe, die Kunstwerke zu interpretieren hat sich nur Henry gemacht, der zwischenzeitlich aufwachte und interessiert aus dem Kinderwagen schaute. Dann hat er mal laut in die Runde gegaehnt, einen eleganten Pupser abgeschickt und weitergeschlafen. Das einzige Stuedck in der Schmuckvirtrine, das mich tatsaechlich beeindruckte, war ein Metallring, auf dem zur Verzierung ein nach vorne und hinten stark ausgepraegter nagelaehnlicher Pfeil aufgeschweisst war. Und, man glaubt es kaum, auch noch einer, der nach oben zeigt. Dieser Ring hatte etwas Besonderes und etwas Praktisches. Er schuetzt vor Vampiren und Triebtaetern, man koennte damit feindliche Autoreifen zerstechen, Milchdosen oeffnen, einaeugigen Banditen das zweite Auge ausstechen oder kleine  Sushi Haeppchen servieren. Da habe ich natuerlich mal schnell auf die Preisliste geschielt, aber leider stand dort nur  „nfs“. Ich schloss daraus, „not for sale“  und verliess enttaeuscht die Ausstellungsbude. In die Zweite wollte Bernd schon nicht mehr mit hinein (Kulturbanause!) und blieb mit Henry im Wald stehen, um eine Zigarette zu Rauchen.  Also ging ich alleine weiter und waere in der Huette um ein Haar mit meinen High Heels in einer Pfuetze ausgerutscht. Es regnete an mehreren Stellen durch und die Erfindung des Eimers ist noch nicht bis hier gedrungen (oder Eimer werden hier fuer „andere Geschaefte“ gebraucht). Haette mir fast im Namen der Kunst den Hals gebrochen, ist aber gerade nochmal gut gegangen. Doch dann hat mir die Collage einer Kuenstlerin besonders imponiert. Sie hatte vermutlich aus dem Nachlass ihrer Grossmutter drei Handtaschen gewaehlt und diese fein saeuberlich in Reih und Glied auf einer grossen Holzplatte befestigt, das gesamte Werk weiss angepinselt und fertig! Die Idee koennte mich inspirieren und zu weiteren Mixed Media Collagen anregen (drei weisse Tarantulas auf Holzbrett…)

 

Hoeflicherweise haben Bernd und ich die kuenstlerische Diskussion erst bei der Rueckkehr zum Auto gestartet (man weiss ja nie, ob einer Deutsch versteht) und waren uns einig: Uns fehlt einfach das Vestaendnis und die tiefere Empfindungsfaehigkeit fuer diese moderne Kunst und ihre Auslaeufer. Natuerlich sind das nur rein subjektive Ansichten, und als absoluter Fan von abstrakter Kunst und in Anbetracht einer geplanten, ernsthaften Karriere als Kuenstler, erlaube ich mir diese persoenliche Bewertung.  Und dann war ich mir nicht mehr sicher, ob es eine gute Idee ist, dort (im Gebuesch) ein dreijaehriges Kunststudium (bei Regen in der Bretterbude) zu absolvieren. Aber vielleicht koennte ich damit im Ausland gross auftrumpfen: „Dreijaehriges Kunststudium in Neuseeland bei Professor Bush and his hungry Forest-students“.  Vielleicht koennte ich sogar mein Baby zu den „Vorlesungen unter erschwerten Bedingungen und unter Einsatz meines Lebens (gemein-gefaehrliche Schuhe!)“ mirbringen. Und wenn er da schreit, schiebe ich ihn einfach tiefer ins Gebuesch und keiner merkt es. Stelle mir vor, wie meine Objekte aus alten Schuhen, leeren Nagellackflaschen, getrockneten Fischkoedern und Bernds leeren Coladosen in Berlin, Muenchen und Leipzig von der Fachwelt bestaunt und von Kunstsammlern hoch bezahlt werden. Zur Kroenung meiner Popularitaet und zur Steigerung meines Millioneneinkommens fielen mir bestimmt noch weitere hochkomplizierte Installationan aus Kupferfitttings, Strandgut und Kaesehaeppchen ein, so dass den abstrakten Kunstkritikern Hoeren und Sehen verginge. Weltweit verteilten sich meine Werke in allen namhaften Museen und ein paar wuerde ich fuer den einen oder anderen guten Zweck spenden (Haifische in Not oder gequaalte Seepferdchen). Waere eine ernste Ueberlegung wert, das mit dem ofiziell anerkannten Studium. Muesste allerdings vorher in festes Schuhwerk oder Gummistiefel und wasserdichte Kleidung investieren…

Muss ich mal drueber schlafen….

Fortsetzung folgt…

(c) Beate Minderjahn

 

15.) Deutsche Gruendlichkeit!

7 Oct
Personal Note: “While I am preparing the next post about re-organising your wardrobe, here is another short story for my German friends and readers from our Immigration-to-New Zealand-Days …
So, stay tuned and have a wonderful and happy day!”   Beate
 

Deutsche Gruendlichkeit!

Unser neues Leben am Ende der Welt – Neuseeland  29. November 1999

Heute hat der Brieftraeger endlich mal ein Brieflein in unsere Letterbox geworfen. Freudig bin ich rausgerannt und fand einen Fragebogen bezueglich unserer 137 Kartons of „household goods“, die immer noch im Container uebers Meer schippern. Der Neuseelaendische Zoll will nun alles ganz genau wissen. Was ist bloss in den vielen Kartons? Man wundert sich, ob wir Weihnachtsschmuck eingepackt haben (wenn ja, aus welchem Material),  Gartengeraete (wenn ja,  haengt da noch Erde dran?), lebende Tiere oder Tierprodukte (wenn ja, von welchem Saeugetier),  getrocknete Blumen und Pflanzen (wenn ja welche Sorten, wie alt, gefriergetrocknet),  Lebensmittel (wenn ja, wann ist das Verfallsdatum),  Rattengift (wenn ja, hat es schon mal geholfen), Wein (wenn ja, aus welcher Traube), Haus, Auto, Boot, Geschenke, Waffen, Munition, Atomkraftwerk,  Drogen (wenn ja, wie teuer), Holz (wenn ja, aus welchem Tropischen Regenwald?),  Schlangen (wenn ja, welche Muster), Krokotaschen (wenn ja, wer ist der Designer), Sportschuhe (wenn ja, welche Groesse und welche Duftnote), Staubsauger (wenn ja, ist im Staubsaugerbeutel noch Staub drin?), Elefanten, Popkorn (wenn ja, mit Butter oder Zucker?),  ausgestopfte Haustiere und „Ornaments“. Habe leider keine Ahnung was „ornaments“ sind, steht auch nicht im Woerterbuch. Oh, Du heiliger Salat!  

Wie gut, dass ich in Deutschland hochschwanger und in geheimer Mission (wie ein Eichhoernchen bei den Wintervorbereitungen) alles persoenlich eingepackt und in weiser Vorahnung ein Notebook angelegt habe, in dem jeder einzelne Karton numeriert und jedes einzelne, noch so winzige  Teil unseres gesamten Hab und Gutes aufgelistet ist. (Mann weiss ja nie…) Das nennt man Deutsche Gruendlichkeit und jahrelange Erfahrung in Buero-Organisation! So hat es nur ungefaehr drei Stunden gedauert, die siebenundzwanzig Seiten des Zoll-Fragebogen auszufuellen. Mit bestem Wissen und Gewissen (und einer Hand auf der Bibel von der Vermieterin) habe ich die kleinen Kreuzchen gerecht auf allen Seiten verteilt und die Akte an die staatliche Zollbehoerde zurueckgesendet.

Dank des Telefonates am speateren Abend mit meiner Schwester, deren Freundin in Berlin eine Freundin in Amerika hat, deren Freundin aus Australien eine Freundin hat, die auch nach Neuseeland ausgewandert ist, weiss ich jetzt, dass „ornaments“ so viel heisst wie Wohnaccessoires, Krimskrams  oder Dekoration. Gemeint ist das ganze Zeug, das im Regal Staub ansammelt und dass man eigentlich ueberhaupt nicht braucht, aber irgendwie dran haengt und es durch die ganze Welt mitschleppt. Dinge wie Holzskulpturen, getrocknete Blumen, Rattan-Koerbe, Wandschmuck, Elfenbein, Kruemelkacke in Glasbehaeltern, gehaekelte Toilettenrollen-Tarnung, Muscheln von allen Kontinenten, Kleine Dackelfiguren mit losem Kopf, Sandbilder aus Mallorca, die kleinen Automodelle in limitierter Auflage und alles andere,  wonach die Zollbeamten gerne  suchen. Hatte mal vorsorglich ja angekreuzt!  

Ich hoffe nur, dass die offensichtlich sehr besorgte Behoerde jetzt nicht jedes einzelne Teil bei der Ankunft im Hafen sehen will und dabei den echten Nerzkragen an meinem alten Wintermantel findet oder das Schlangenetui fuer meinen Lippenstift, oder das Brotkoerbchen aus echtem Bambusgeflecht und meine selbstgebastelten Weihnachtsterne aus Stroh….

Fortsetzung folgt…

(c) Beate Minderjahn

6.) More Rain and new Stationary!

9 Sep

Our new life in New Zealand – 13. November 1999

My production of souvenirs and Christmas decoration is working well. I just can’t stop these creative phases. If I am not cleaning, cooking, washing with the Washing monster, filling  up Henry’s watery, toothless mouth with food, change his horrible smelling nappies or doing other senseless and underpaid housewife tasks, I am cutting, gluing, stitching, sawing, hammering, and painting. In different shops including the supermarket, I bought everything I need for my creative eruption. I bought a glue gun, picture frames, scissors, hammer, chisel, steamroller, construction crane and a chain saw. I haven’t drunk the brush cleaning water yet, as I used to during enthusiastic paint attacks around midnight, when I was so excited, that I cleaned the brushes in my red wine glass and drank the cleaning water. Even those bacteria can’t kill me!   

Other than that, my days as a housewife are a bit frustrating. It rains and rains and rains like mad and maybe I will have to look up a recipe for seaweed soup. I cook every day, and while I put on weight, my lovely husband is losing weight and little Henry does not understand that you can actually swallow the apple puree.  Each day the washing machine comes up with other mean ideas to trick me and the new curling tongs for $29.95 burned my hair. I am still not able to send e-mails, because I don’t have a proper internet connection, a working modem, matching software or whatever is needed to solve my computer problem. Desperate Housewife!

As soon as my two lovely sleepy heads  will get up I’ll have a new problem.  Now even my coffee machine works against me! What’s the matter with these appliances? Or is it me?  When I made coffee, the paper filter folded down inside, clogged the nozzle, the filter filled up and the water including the coffee powder crawled over the rim. Then the mess ran along the kitchen bench, down the cupboard door onto the kitchen floor and into the gap between fridge and pantry, where I will never be able to get it out again. I think I’ll go in the water… (I just have to open the terrace door and a huge wave will pick me up).

But there is light at the horizon! Soon there will be the Santa Parade in Orewa.  As I was told, people will dress up in costumes and line the streets waiting for Santa Claus to pass in his huge, golden and nicely decorated sledge. He and his helping angels will throw lollies for the kids. Somehow it reminds me very much of Carnival in Cologne, when the prince passes by and throws lollies for the children. Like in Cologne, here they have music groups, dance groups and so on. But at least here it is summer (if it stops raining one day!).  I never understood why in Germany the Carnival  is in February (still winter). They should really change it to a warmer month (like in Brazil). That would solve the problem that 85% of working people in Germany are on sick leave for minimum three days after Carnival. Too much hot drinking and dancing in tiny costumes on a cold winter day….   

 Orewa’s Santa Parade will also be joined by the Harley Davidson club (look more like the Hells Angels), the Vintage Car club (including Marilyn Monroe’s pink Cadillac), an 83-year old Elvis impersonator, a Maori Kapa-Haka group, all local Real Estate agents (who throw business cards instead of lollies) and many children’s sports groups including Judo, Wrestling, Rugby, Soccer, Surfing, Cheerleading and Tae Kwon Do.  The knitting ladies from the retirement village, members of the jam cooking society and the stunt and skateboard survival group from the hospital are also included. Everybody is welcome!    

For my lovely husband, it is time to find a job. He has enough of holiday feeling (he is not that type of holiday person anyway) and I am missing my 174 boxes of stuff, which are still sailing the seven seas. ..

Henry now invents his own language and he starts talking about „Nene“ and „Nengneng“. I guess, these are his new imaginary friends, and therefore we composed a song in German (not translatable!). Every time we change his nappies, we sing our new song, and hairless and toothless Henry laughs out loud. 

To be able to file Bernie’s job applications properly, I decided to buy a punch. Unfortunately I didn’t know the word punch at that time, nor did I know the word for filing or file or binder. The lady in the stationary shop was already hoovering the carpet when I rushed in just before closing time. I took a file from the file shelf and tried to show her, what I want. I need something to make …… (?) into the paper to …… (?) it in this thing.  These are really frustrating moments, when you realize, how important language and communication really is. The lady looked at me like I just fled a mental health institution and then she pretended to have no clue what I am looking for.  I think she was very close to sucking me into her vacuum cleaner. “I want to put little…..(?) into the paper to put it in the …..(?)” and then I showed her the binder again. That can’t be so difficult to understand. Finally that shopping drama had a Happy End and if you know, that the word for the tool is “punch” it is kind of easy!

At the supermarket I bought an odor spray to fight nasty smells in clothes, furniture and carpets. In our bedroom (in the basement of Noah’s Ark) it smelled permanently like cheese and we suspected each other to be the originator. Finally and to save my marriage, we suspected little Henry created this smell. But now, my new Chemical weapon solved the problem and we can put the gas masks back into the huge wardrobe.  The extreme odor of generations must have lingered in the carpets, and you could easily think that there was a dead body hiding under the house. Too much for my bacteria-phobia tortured plumber Bernie.  One more problem solved! I am very proud, it smells like freshly cut lavender everywhere and I hope the cheese has surrendered forever.

Bernie loves the fire place and every night he burns the drift wood from the beach. It is nice and warm in our little cottage (although it is 20 Grad C outside) and it keeps my lovely husband, who is also a certified gas fitter, busy. It is really time for him to find a proper job.

 9am, time to check on my two sailors, whom I haven’t seen since late last night. I feel a bit like a captain left by his crew. But it is so nice and quite here and the coffee is ready! 

To be continued…

(c) Beate Minderjahn

1.) Seaside Living – finally!

30 Aug

Our new life in New Zealand – 4.November 1999

We are very happy to live in New Zealand now, after two years of paperwork, English tests, hundreds of translated documents and a long, long flight with three month old baby Henry in a bassinette. After two weeks it still seems like a dream. I feel a bit like an adventurer, stranded on a lonely island. Everything is new, we don’t understand a lot or it doesn’t make any sense to us (because we are foreigners, I guess). You just have to be open to different habits and ways of thinking. I thought my English was good, especially after succeeding the necessary IELTS Test, but now I have the feeling I don’t understand anything, not the news on TV and not the people either. They talk so fast and with a strong accent, that my brain is just not working fast and flexible enough. While I still think about the first three words, the speaker has finishing his third sentence. But we try our best and persevere and every day we learn new words and sayings. Yesterday I learned that power steer is not a raging bull, but part of a vehicle. I am optimistic and I think in 20 to 30 years I will definitely be able to have a proper conversation with a real person again.

Unfortunately I still can’t send e-mails to my friends in Germany, because we have a modem now, but still no software to use it. The software is on a CD, but the computer doesn’t have a CD drive and therefore we have to go on using the mysterious fax machine, which not only sends faxes, but works as a phone, answering machine, cash register, steam iron and electric tooth brush at the same time. If somebody sends me a fax, the voice on the answering machine asks them to wait until it has finished to clean two dentures, to iron 37 shirts and to finalize the GST report, before it can receive their fax! But the most annoying point is that I have no idea in which sequence this machine from hell works, and every 5 minutes it starts beeping like mad and I don’t know why and how to stop it.

Yesterday morning I took a deep breath and at 7.30 in the morning, I put on my brand new sneakers and ran to the beach, which is only 2 minutes away from the cottage we rented. It was wonderfully warm, lonely and quiet there. I got a lot of fresh air! But unfortunately I didn’t make it very far, because my condition suits more an old kitchen trolley than an enthusiastic pioneer woman on a mission to discover new continents. Here in New Zealand you find many wonderful and lonely beaches. It is very romantic. If only I were young, beautiful, rich, desired and freshly in love… My last walk to the beach with little Henry in his pram was not so romantic, because as soon as we reached the beach, he started screaming like mad. Luckily we were the only people at the beach. The moment we came back home, he laughed his head off. He must have learned that behavior from his dad, who also wants to go home as fast as he can, if anything doesn’t work for him or he feels like there is too much bacteria at one place!

Last night Henry invented lots of new noises, after which Bernie and me put together a one-hour-life show to keep the baby in a good mood. Henry had lots of fun, sticky water came running out of his mouth and he enjoyed spitting and laughing at us. And then finally I smelled that very strong smell and we had to change his nappy. Henry also likes TV and he seems to be the only one in the family who understands anything. He tries to talk to the people on the screen and at least he sees some faces other than Mum and Dad, as we still don’t know anybody in New Zealand.

Little Henry is constipated again and he produces small balls, you could easily use to play table tennis or in a slingshot to get sparrows off the tree. That reminds me of the birds nesting and raising young ones in our gutter. They look like sparrows to me (having no clue about wildlife and plants), they are big, black and have a yellow beak. (later I learned that these are Blackbirds, not sparrows) If Bernie is outside on the deck smoking a cigarette, the birds sit on the TV aerial to watch him and then they scream so loud, that you could hear it in Auckland City. Our terrace must be exactly in their starting and landing zone and the bird poo starts to pile up on the wooden deck. Maybe we have to wait until their young ones leave the nest, before we can sit on the peacefully on the deck, otherwise the droppings will land on our heads or on our BBQ sausages or the Blackbirds’ worms land on my plate.

Bernie is now proud owner of an old Nissan station wagon, and it took him the whole day in gleaming sunlight to clean the car. He cleaned from back to front, from top to bottom, inside and outside (there is nearly no white paint left…). He polished the rims and scrubbed the windows, so that it looks like the glass is missing. Well done! My neighbour had some fun behind the curtains, too. I am sure, she is wondering about the strange habits in our home country. Here in New Zealand a car seems only to be used as a tool to get from one place to another. I haven’t seen anybody else cleaning their cars yet. Maybe it is prohibited and we didn’t know, and maybe next time Bernie will land up in jail, or will be send back to Germany, or he will be sentenced to work in a quarry for the rest of his life…

Henry wants to sit on his own now, but unfortunately his back muscles are not strong enough yet and so he still falls down every time he tries. If I help him, he looks like a little Buddha observing his surroundings, (the world must look very different sitting upright) and he loves it. He smiles from ear to ear with no hair and no teeth. If we have dinner, he lies in his pram next to the table and shows off his wind problems. As soon as I change his nappy, he pees in it to mark his territory. I really seem to have a problem with these New Zealand nappies, as everything comes out at the back after a few minutes. Or maybe it is Henry’s personal sprinkler technique, which extensively increases the un-ecological and un-economical usage of these civilization materials. I remember and I start missing the good old German air, gas and water tight nappies from the supermarket.

To be continued…

 (c) Beate Minderjahn